Grußwort von Prof. Dr. Patrick Cramer
Präsident der Max-Planck-Gesellschaft
zur Eröffnung des 9. Festivals der Philosophie in Hannover
am 21. Mai 2025
„Dem Anwenden muss das Erkennen vorausgehen.“ Dieses Zitat von Max Planck ist die Kernbotschaft der Max-Planck-Gesellschaft. Sie widmet sich in ihren über 80 Instituten der Grundlagenforschung in den verschiedensten Forschungsgebieten, von der Mathematik, der Astro- und Elementarteilchenphysik, vielfältigen Forschungsbereichen in Chemie und Biologie, den Neurowissenschaften, bis hin zu den Sozialwissenschaften, der Jurisprudenz und Kunstgeschichte.
Auch die philosophische Reflexion ist lebendig in verschiedenen Max-Planck-Instituten, wenn sie auch in der Regel nicht in dieser Form oder unter diesem Namen hervortritt. Grundlagenforschung ist stets Forschung an den Grenzen des Wissens – und diese berührt zwangsweise immer auch philosophische Fragen: nach dem Forschungsgegenstand selbst, nach begrifflichen Instrumentarien, nach ethischen und rechtlichen Implikationen, die ins Allgemeine hinüberreichen.
Nun hat sich das Festival der Philosophie in Hannover für das Jahr 2025 ein besonders herausforderndes Thema gewählt: „Was ist Dir heilig?“
Das „Heilige“ ist ein Wort aus dem religiös-mythischen Zusammenhang. Es benennt etwas, was dem Menschen entzogen sein soll und ihn umfassend ergreifen kann. Man könnte die Wissenschaft mit ihrem stetigen Erkenntnisdrang in einem Spannungsverhältnis zur Forderung des Heiligen sehen. Andererseits:Kann nicht gerade auch die Naturwissenschaft etwas heiligen?
Auf diese und andere Fragen will sich die Max-Planck-Gesellschaft - als Partnerin beim Festival der Philosophie 2025 - einlassen.
Forscherinnen und Forscher aus unseren Instituten werden ins philosophisch-theologische Gespräch kommen und die Frage „Was ist Dir heilig?“ aus verschiedenen Perspektiven reflektieren.
Dabei sind:
- Prof. Dr. Petra Schwille, MPI für Biochemie, Martinsried – mit Prof. Dr. Reiner Anselm, LMU München
- Prof. Dr. Ursula Rao, MPI für Ethnologische Forschung, Halle/Saale – mit Prof. Dr. Ana Honnacker, LMU München
- Prof. Dr. Jürgen Renn, MPI für Geoanthropologie, Jena – mit Prof. Dr. Markus Vogt, LMU München
- Prof. Dr. Jan-Michael Rost, MPI für Physik komplexer Systeme, Dresden – mit Dr. Peter M. Steiner
- Ulrich Braun, ev. Pfarrer a.D., MPG Generalverwaltung München – mit Jürgen Resch, DUH
- Prof. Dr. Viola Priesemann, Max-Planck-Institute für Dynamik und Selbstorganisation Theorie neuronaler Systeme, Göttingen
Ich wünsche dem Festival der Philosophie gutes Gelingen mit vielen interessierten Besucherinnen und Besuchern. Mein Dank gilt den Organisatorinnen und Organisatoren, sowie allen Unterstützern und nicht zuletzt den Diskutanten für Ihre rege Teilnahme und Denkanstöße!
George N. Gianopoulos (*1984) Birds of Paradise (2016-18), Nr.II + III (ca. 3’) -
von der Flötistin Eva Ludwig, die von der Empore herunter steigt
Marc Blessing, Pastor der Ev.-luth. Marktkirche St. Georgii et Jacobi, Hannover
David Michelut, Generalkonsul der Italienischen Republik in Hannover
Joachim Schachtner, Staatssekretär des Niedersächsischen Ministeriums für Wissenschaft und Kultur
Vortrag: Deus in nobis (Gott in uns):
Das Heilige in der Philosophie der Frühromantik
Stephan Meder, Leibniz Universität Hannover
Felix Mendelssohn, aus dem Streichquartett a-Moll op.13: Adagio non lento (7’)
Besetzung der Solist*innen von musica assoluta:
Eva Ludwig, Flöte, Thomas Huppertz, Violine, Kari Träder, Viola, Thorsten Encke, Violoncello
Musikalische Umrahmung durch musica assoluta
in Kooperation mit der Ev.-luth. Marktkirche St. Georgii et Jacobi, und musica assoluta, gefördert durch Campus Cultur der LUH
Studium der Rechtswissenschaft, Philosophie und Geschichte in Erlangen, Frankfurt am Main und Berlin.
Studienaufenthalte in Italien (1978/79) und in den Vereinigten Staaten (1983/84)
Promotion an der Universität Frankfurt am Main 1988
Habilitation an der Universität Frankfurt am Main 1992 Lehrtätigkeit an den Universitäten Würzburg, Erlangen, Münster, Frankfurt am Main und Greifswald von 1992-1994
Professur für Bürgerliches Recht und Neuere Privatrechtsgeschichte an der Europa-Universität-Viadrina in Frankfurt an der Oder von 1995 - 1998
Professur für Zivilrecht und Rechtsgeschichte an der Universität Hannover seit 1. April 1998
Neugierig, nachhaltig, nahbar: Das hannoversche Orchester musica assoluta arbeitet stets am Puls der Zeit. Spätestens mit dem klimafreundlichen Festival MENSCHLICHKEIT (2021), der multimedialen Konzertreihe VORTEX (2022) und dem Musik- und Wissensprojekt THE OCEAN IS A NOISY PLACE (2023/24) hat sich das Ensemble der künstlerischen Bearbeitung gesellschaftspolitischer und ökologischer Thematiken verschrieben. Aber nicht nur das: Unter der Leitung des Komponisten und Dirigenten Thorsten Encke schafft musica assoluta mit Elan und Klangsinn den Spagat zwischen der Musik unserer Gegenwart und einem stilistisch breitgefächerten Repertoire. Der Zugang der Musiker*innen zu bekannten Werken ist dabei ebenso erfrischend wie die Präsentation des Neuen.
musica assoluta hat mit vielen namhaften Solisten, wie Isabelle Faust, Christian & Tanja Tetzlaff, Sharon Kam, Antje Weithaas und vielen anderen zusammengearbeitet und ist regelmäßiger Gast auf internationalen Festivals. Höhepunkte des Jahres 2024 waren die OPUS-Klassik Nominierung des Projekts THE OCEAN IS A NOISY PLACE und das umjubelte Debut in der Elbphilharmonie Hamburg.